Die Kräuseljagdspinne – was ist dran an den Horror-Meldungen?

Kräuseljagdspinne Bei Google – Trends kann man sich darüber informieren, was die Menschen in Deutschland gerade besonders umtreibt.
Heute hat es ein Tierchen unter die Top 10 der meist gesuchten Begriffe gebracht, von dem ich bisher auch noch nicht gehört hatte.

5.000 Suchanfragen gab es für die Kräuseljagdspinne.

Das hat natürlich meine Neugierde geweckt und ich habe etwas recherchiert.
Ganz neu ist die Meldung nicht, daß sich dank Klimawandel eine neue Spinnenart bei uns ausbreitet.
Schon 2008 wurde in einer Baseler Zeitung, wo die Spinne erstmals in Mitteleuropa gesichtet wurde geschrieben: «Invasion der Mini-Taranteln» .

Wie kommt die Zeitung auf Tarantel?
Das liegt daran, daß die Kräuseljagdspinne (Zoropsis spinimana) in ihrer Statur einer Tarantel und mit ihren haarigen Beinen und ihrem Körper einer Vogelspinne ähnelt.

Zudem ist ihr Biss in der Tat giftig. Man vergleicht die auftretenden Schwellungen mit einem Wespenstich.
Da sie schnell wieder zurück gehen, gilt der Biss als vergleichsweise harmlos.
Nur Allergiker können schwerwiegende Probleme geben.

Die Spinne beißt nur, wenn sie sich bedroht fühlt.
Da sie aber bevorzugt in Häusern wohnt, wo es ihrem Naturell entsprechend warm ist, kann es leicht dazu kommen, daß man sie versehentlich provoziert.
Die härterer Haut an Fingern kann sie nicht durchbeißen.

Ursprünglich ist sie im Mittelmeer-Raum beheimatet, wurde aber auch in der USA beobachtet.
Vermutlich hat sie sich als blinder Passagier ausgebreitet.

2005 wurde sie erstmals in Deutschland – in Freiburg – beobachtet.
Seitdem breitet sie sich immer weiter aus und wurde auch im Münchener Raum inzwischen häufig beobachtet.

Ihre Erscheinung ist der Graus jeder Spinnenphobiker, da der Körper des Weibchens bis 2cm groß wird. D.h. mit Beinen kann sie 5cm erreichen
Der des Männchens bleibt kleiner. Dazu kommen die Beine, die vergleichsweise gedrungen sind und dicht behaart.

Die Färbung reicht von hellem bis mittlerem Braun. Am Hinterkörper hat sie vorne zwei dunkle Flecken. Auffällig ist vor allem ein fast sternförmiges helles Mittelband auf dem Vorderkörper.

Den Namen haben die Kräuseljagdspinnen daher, daß sie ein feines Kräuselgewebe von Spinnenfäden ausbilden, in dem sie ihre Beute fangen.
Die bei uns auftretende Zoropsis spinimana fängt ihre Beute allerdings in freier Jagd.
Bzw. die Spinne wartet einfach, bis eine Beute vorbei kommt, die sie mit Giftbiss tötet.

Fühlt sie sich bedroht, dann richtet sie sich auf und spreizt ihre Giftklauen weit auf.

Da sie Fruchtfliegen und andere Kleininsekten fängt, ist sie im Haus sogar nützlich.
Es gibt Spinnen-Fans, die diese Art züchten und mit Heimchen füttern.

Hier kann man sie in Bewegung beobachten:

Bilderquelle:
Von Sanjay Acharya - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24240791
Andreas Eichler [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

 

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Kräuseljagdspinne
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